Kamine sind nicht nur äußerst dekorativ, sondern sie wurden durch die in den letzten Jahren stark angestiegenen Ölpreise auch eine überlegenswerte alternative Art zu heizen. Welche Vor- und Nachteile haben nun die verschiedenen verwendeten Brennmanerialien?
Kohle, einer der wichtigsten Energieträger weltweit, hat gegenüber den anderen Materialien entscheidende Nachteile. Sie ist zwar relativ preisgünstig, entwickelt aber beim Verbrennen größere Mengen klimaschädliches Kohlenstoffdioxid und Schadstoffe wie zum Beispiel Schwefeldioxid und stellt schon durch ihre Gewinnung aus dem Tagebau eine erhebliche Umweltbelastung dar. Besonders beim Grillkamin hat Kohle als Brennmaterial immer noch eine sehr große Bedeutung.
Die traditionellen Holzscheite haben je nach verarbeiteter Holzsorte unterschiedliche Eigenschaften. So ist Nadelholz zwar meist billiger als Laubholz, brennt aber unter anderem wegen seines höheren Harzgehaltes auch schneller und unter Entstehung einer etwas größeren Schadstoffmenge ab.
Im Gegensatz zur Kohle verbrennt Kaminholz unter einer neutralen Kohlenstoffdioxidbilanz und hinterlässt wesentlich weniger Schwefeldioxid und Ascherückstände. Dafür hat es einen niedrigeren Heizwert und einen relativ hohen Wassergehalt von 35 bis 50 Prozent, der entweder durch eine ein- bis zweijährige Lagerung oder durch Trocknung auf unter 16 Prozent gesenkt werden muss, ehe das Holz zum Verfeuern geeignet ist.
Diese beiden Nachteile werden bei der Verwendung von Holzbriketts wieder relativiert. Die Briketts werden aus Restholz, das zum Beispiel aus Sägewerken stammt, hergestellt, indem die Holzabfälle in Form gepresst und verdichtet werden. Das entstehende Produkt ist zwar teurer, hat aber einen niedrigeren Wassergehalt und damit einen höheren Heizwert als herkömmliches Holz. Da bei der Verdichtung keine Bindemittel verwendet werden, verbrennen die Briketts relativ schadstoffarm.
Ein weiteres Brennmaterial mit neutraler Kohlenstoffdioxidbilanz ist Ethanol in verschiedenen Formen. Es wird vor allem in Kaminen ohne Abzug oder Gelkaminen verwendet. Ethanol-Gel erhält seine visköse Konsistenz durch die Zugabe von Wasser und zellulosehaltigen Verdickungsmitteln. Diese führen dazu, dass schadstoffhaltige Verbrennungsrückstände entstehen. Dagegen enthält Bioalkohol nur aus Pflanzen gewonnenes Ethanol, das geruchsneutral und ohne Rückstände verbrennen kann. Ethanol-Gel wird meist in einer speziellen Kaminform dem Gelkamin verbrannt.